Mar 05 2009

Junge Athleten, prominente Paten und konkrete Ziele

aus: Martina Martin Freie Presse

Projekt "Verbundnetz für den Sport" unterstützt seit 2004 junge Athleten auf dem Weg zu Olympia - Herzenssache für einst erfolgreiche Asse


Chemnitz. Bahnsprinter Sascha Hübner hatte nach der knapp verpassten WM-Nominierung wieder einen Grund zum Strahlen, als er während des internationalen Leichtathletik-Meetings in Chemnitz gemeinsam mit anderen jungen Athleten für kurze Zeit im Mittelpunkt stand. Von Jens Fiedler, dem dreifachen Olympiasieger und mehrfachen Weltmeisters seines Metiers, erhielt er die begehrte Förderurkunde des in Deutschland einmaligen Projektes. Er durfte diese bereits zum zweiten Mal in Empfang nehmen.

"Die Sache finde ich einfach toll, für mich ist das eine große Hilfe. Denn mit diesen Geldern kann ich meine Ausbildung bezahlen", berichtete der 21-Jährige, der an der Fortis-Akademie, die ihn zudem bei seinen sportlichen Ambitionen bestens unterstützt, auf dem Weg zum Fachabitur für Wirtschaft und Verwaltung ist. Auch seine Trainingsgefährtin Christin Muche zeigte sich von dieser finanziellen Unterstützung, die sie seit 2005 in Anspruch nehmen durfte, begeistert. Ihr wurden beispielsweise Zuschüsse für Trainingslager, Material oder Mieten gewährt. "Das war enorm wichtig für mich", wertet Deutschlands erfolgreiches Bahnsprinterin. Da sie nunmehr bereits in der Weltspitze angekommen ist, wurde ihre Vereinbarung ebenso wie beispielsweise die von Bob-Vize-Weltmeister Thomas Florschütz nicht in bewährter Form verlängert.

"Eigentlich müssten wir diese Sportler wegen Erfolges entlassen. Aber für sie haben wir jetzt den Level II entwickelt, um sie weiter mit zu betreuen. In dieser Stufe wollen wir versuchen, für diese Athleten spezielle Sponsoren zu finden", erklärt Projektleiter Bernhard Bock. Zu jenen Assen gehören auch Schwimmerin Britta Steffen, Kanutin Fanny Fischer, Fußballerin Anja Mittag oder Biathlet Michael Rösch, der zudem inzwischen als Botschafter für die Aktion auftritt.

Aus der Taufe gehoben wurde das Projekt 2004 im Rahmen der Olympiabewerbung von Leipzig für die Spiele 2012. "Der Marketingchef der Verbundnetz Gas AG kam damals auf mich zu. Er sollte eine größere Summe in die Bewerbung an sich stecken, wollte aber lieber Sportler aus Ostdeutschland auf dem Weg zu einem Olympiastart speziell unterstützen. So entstand die Idee", erinnert sich Bock, der daraufhin gemeinsam mit Idolen wie dem dreifachen Skisprung-Olympiasieger Jens Weißflog, dem zweifachen Biathlon-Olympiasieger Frank Peter Roetsch oder Jens Fiedler ein Konzept entwickelte. Diese Ehemaligen fungierten zudem gleich von Beginn an als Paten für die einzelnen OSP. "Etwa eine Woche bevor die Entscheidung der Olympiavergabe fiel, haben wir das erste Team vorgestellt. Obwohl Leipzig dann leider aus dem Rennen war, wurde am Projekt nichts geändert", fügte der Manager hinzu.

Seit der Gründung erhielten rund 100 Sportler diese Förderung, die Verbundnetz Gas AG als Hauptsponsor stellte dafür jährlich 500.00 Euro zur Verfügung. Bis London 2012 geht derzeit die Planung. Die Auswahl erfolgt über die OSP, wobei mit den Athleten spezielle Vereinbarungen mit konkreten sportlichen Zielen fixiert werden. Eine Ehrung der Jahresbesten mit einem Sonderpreis ("Flamme") und einer Prämie sowie die Wahl des Sportlers des Monats sind dabei zusätzlicher Ansporn. Als Ansprechpartner stehen die prominenten Asse von einst jederzeit zur Verfügung. "Für mich ist das Projekt eine Herzenssache", gibt Jens Fiedler, der sich nach seiner Ausbildung als Industriefachwirt jetzt wieder stärker engagieren kann, ebenso wie Jens Weißflog als spezieller Pate des OSP Chemnitz-Dresden gern seine langjährigen Erfahrungen weiter. "Man profitiert auf alle Fälle von diesen Kontakten. Dabei finde ich es super, dass ein Jens Weißflog so bodenständig geblieben ist", schwärmt Sascha Hübner, der bei Olympia in London 2012 unbedingt dabei sein will, auch von diesen positiven Aspekten.



Von Martina Martin

Mar 04 2009

Ex-Cottbuserin Christin Muche will nach OP wieder durchstarten

aus: Thomas Juschus

Cottbus/Chemnitz Die ehemalige Cottbuserin Christin Muche ist im Bergarbeiter-Krankenhaus von Schneeberg erfolgreich an der Bandscheibe operiert worden. „Bis jetzt habe ich alles gut überstanden. Die Operation ist gut verlaufen, es geht mir von Minute zu Minute besser“, sagte die Keirin-Weltmeisterin von 2006. Die mehrfache deutsche Meisterin in Sprint und Keirin hatte sich Anfang des Jahres einen Bandscheibenvorfall zugezogen. Die 25-Jährige wurde am Montag aus dem Krankenhaus entlassen und wird sich zunächst bei ihrer ehemaligen Konkurrentin Katrin Meinke in Cottbus etwas erholen. Anschließend steht in Edling (Bayern) bei Physiotherapeut Hansi Friedl eine Reha-Maßnahme an. Sechs bis acht Wochen soll der Heilungsprozess dauern. „Ich komme auf alle Fälle zurück, denn so einen Abgang will ich nicht. Radfahren ist mein Leben“, sagte Muche. Wann die gebürtige Forsterin wieder in die Pedale treten kann, ist aber ungewiss. Möglicherweise sind für Muche die Bahn-Titelkämpfe Anfang Juli in Erfurt eine erste Wettkampfmöglichkeit.
Feb 19 2009

Bandscheibenvorfall lässt alle WM-Träume platzen

aus: Martina Martin Freie Presse

Bahnradsport: Chemnitzer Sprinterin Christin Muche muss operiert werden - Rückkehr fest im Visier - Sascha Hübner verpasst Chance knapp


Christin Muche bespricht mit ihrem Trainer Ralph Müller die nun notwendige neue Planung für das Jahr 2009. Andreas Seidel


Chemnitz. Es hatte sich alles so gut entwickelt. Bereits Anfang Dezember, so zeitig wie noch nie, besaß Christin Muche nach Spitzenplatzierungen im Weltcup (zweimal Silber, einmal Bronze) das Ticket für die Bahnrad-Weltmeisterschaften Ende März 2009. Gemeinsam mit ihrem Trainer Ralph Müller konnte die Sprintspezialistin vom Chemnitzer PSV deshalb langfristig die Vorbereitung auf den Saisonhöhepunkt in Angriff nehmen. Doch diese musste sie jetzt abrupt unterbrechen. Die WM findet leider definitiv ohne die derzeit beste deutsche Sprinterin statt. Bei Christin Muche wurde ein Bandscheibenvorfall diagnostiziert, in der kommenden Woche muss sie sich einer notwendigen Operation unterziehen.

"Ohne regelmäßige Spritzen könnte ich die Schmerzen derzeit gar nicht aushalten. Mein rechtes Bein ist wie taub, das Treppen steigen fällt schwer. Ich kann kaum etwas machen, liege die meiste Zeit auf der Couch", beschreibt die 25-Jährige ihre derzeitige Situation, die natürlich nervt. "Ich lese viel, habe sogar mit Puzzeln angefangen. Aber die Hummeln sind immer da", fügt sie frustriert hinzu. Deshalb sehnt sie den OP-Termin regelrecht herbei. Danach wird sie eine Rehabilitation bei Hansi Friedl, dem verantwortlichen Physiotherapeuten des Verbandes, in Bayern absolvieren. Sechs bis acht Wochen soll der Heilungsprozess in etwa dauern. "Ich komme auf alle Fälle zurück, denn so einen Abgang will ich nicht. Radfahren ist mein Leben. Ich werde kämpfen und es allen beweisen", ist sich die Keirin-Weltmeisterin von 2006 fast sicher, dass sie, wenn alles gut verläuft, künftig noch stärker auftrumpfen kann.

Denn die Angst, dass sie sich diese Verletzung zuziehen könnte, begleitete sie im Unterbewusstsein schon längere Zeit. Als 18-Jährige hatte sie bereits einmal einen Bandscheibenvorfall, der damals mit intensiven physiotherapeutischen Behandlungen behoben wurde. "Doch vor allem beim Krafttraining war ich immer etwas vorsichtig", berichtet die mehrfache nationale Meisterin. Dieses Mal begannen die Rückenprobleme im Dezember, eben gerade in jener Zeit, in der sie so starke Form nachwies. Sie fuhr dennoch Anfang des Jahres mit zum Auswahl-Lehrgang nach Kappstadt, da sie das Pensum einigermaßen bewältigen konnte. Kurz nach der Rückkehr Ende Januar bekam sie jedoch nach einer Krafteinheit am Abend "wahnsinnige Schmerzen". Arztbesuche und spezielle Untersuchungen (u. a. MRT in Potsdam) bestimmten nun die Tagesabläufe.

Wann die gebürtige Cottbuserin wieder in die Pedale treten kann, ist ungewiss. Doch Christin Muche, die in den aktuellen Weltranglisten die am besten platzierte Deutsche ist, will nichts überstürzen. Eventuell ist die deutsche Meisterschaft im Juli eine erste Wettkampfmöglichkeit. Langfristig hat sie an ihrem Ziel, bei den Olympischen Spielen 2012 dabeizusein, nichts geändert.

Wenn sie nun die aktuelle WM aus der Ferne beobachten muss, wird sie natürlich vor allem ihrem Vereinsgefährten Carsten Bergemann die Daumen drücken. Der Olympia-Fünfte im Keirin startet in Polen nunmehr als einziger Athlet des Chemnitzer PSV. Denn Sascha Hübner konnte sich im letzten Moment doch nicht mehr qualifizieren. Nach starken 1000-m-Zeiten über die Wintermonate hinweg hatte Bundestrainer Detlef Uibel dem 20-Jährigen plötzlich eine Nominierung in Aussicht gestellt. Voraussetzung war jedoch, dass er beim Weltcup in Kopenhagen mindestens Rang sechs belegt. Er wurde bei seinem Debüt Neunter. "Sascha hat weitere Steigerungen nachgewiesen. Mit seiner Zeit wäre er bei jedem anderen Weltcup mindestens Sechster geworden. Aber dieser letzte vor der WM war am stärksten von allen besetzt", resümierte Coach Ralph Müller jedoch keineswegs enttäuscht, zumal vor der Saison beide überhaupt nicht mit dieser Chance gerechnet hatten. Nach einer kurzen Verschnaufpause visiert der Sohn des siebenfachen Weltmeisters Michael Hübner nun als nächstes die U-23-EM an.

Dec 03 2008

Wermutstropfen im Freudenbecher

aus: Martina Martin Freie Presse

Bahnradsport: Sprinterin Christin Muche bereits für WM nominiert - International jedoch bis dahin keine Starts

 

Chemnitz.In dieser Woche hat Christin Muche mit der langfristigen Vorbereitung auf die Weltmeisterschaften, die Ende März in Polen stattfinden, begonnen. Denn die Nominierung hat die Bahnsprinterin vom Chemnitzer PSV nach ihren überzeugenden Auftritten bei den Weltcups in Manchester (Silber im Teamsprint) und vor allem in Melbourne (Silber im Sprint, Bronze im Keirin) sicher in der Tasche. Diese Bestätigung erhielt sie bereits jetzt von Bundestrainer Detlef Uibel.

Dennoch ist sie derzeit nicht besonders gut auf den "Chef" zu sprechen. "Das Vertrauen, was man erwartet, wird einem nicht entgegen gebracht. Er honoriert meine Leistungen nicht", zeigte sich die 25-Jährige verärgert. Immerhin hat die WM-Dritte im Keirin vor allem mit dem zweiten Platz in der klassischen Disziplin - nur diese ist olympisch - erneut ihre Position als die derzeitige Nummer eins im Frauensprint hierzulande unterstrichen. Mit der besten deutschen Platzierung bei der WM (9.) im Frühjahr, dem Grand-Prix-Sieg in Cottbus, dem nationalen Meistertitel und nun dieser Medaille in Australien kann sie auf eine kontinuierliche Erfolgsserie verweisen.

Doch in den weiteren Planungen bis zur WM sieht Uibel für Christin keine wichtigen Bewährungschancen mehr vor. Zunächst war sie nicht einmal für den Vorbereitungslehrgang der Auswahl Anfang Januar in der Wärme von Kapstadt vorgesehen. Da lenkte er auf Drängen von Heimtrainer Ralph Müller noch ein. Doch er gab ihr für den so wichtigen Weltcup in Kopenhagen, den Mitte Februar im Prinzip alle Nationen nochmals als letzten Test vor der WM nutzen, keine Startmöglichkeit. Er will die zwei Plätze nur mit den jüngeren Fahrerinnen Miriam Welte (Kaiserslautern) - als U-23-Europameisterin für die WM gesetzt - und Kristina Vogel (Erfurt), die für das 500-m-Zeitfahren vorgesehen ist, besetzen. "Diese Entscheidung ist nicht nachzuvollziehen. Christin erhält als beste deutsche Sprinterin bis zur WM im März ab jetzt keinen internationalen Wettkampf mehr. Ich bin über diese Ausgrenzung in ihrer Position richtig enttäuscht", empörte sich Ralph Müller, der auch in einem nochmaligen Gespräch keine neue Regelung erwirken konnte. Nun sucht er selbst nach Möglichkeiten, um vielleicht über ein anderes Team zu starten. Ein wenig Wettkampf- Atmosphäre will er zudem bei den Winterbahnrennen, die an den Wochenenden in Frankfurt (Oder) stattfinden, simulieren. Doch von adäquaten Herausforderungen, die für eine optimale WM-Vorbereitung notwendig sind, kann natürlich keine Rede sein.

Christin Muche versucht, das Beste aus der Situation zu machen. Zunächst paukt sie jetzt im Kraftraum und auf der Straße in der neuen Aufbauphase notwendige Grundlagen. Die Weltcupergebnisse haben ihr Selbstbewusstsein zusätzlich gestärkt. Drei Jahre gelang kein Podestplatz im Sprint. In der vergangenen Saison waren ihre Qualifikationszeiten sogar so schlecht, dass sie gar nicht erst ins Turnier kam. Mit Rang acht in Melbourne verlief der Auftakt auch nicht optimal, zumal sie folglich gleich auf die schwereren Kontrahentinnen traf. Dieses Manko glich sie mit einer taktisch starken Fahrweise aus. In der Verbesserung der Schnelligkeit, um eben über 200 Meter weiter vorn zu landen, sieht sie ihre größte Reserve. "Weltcup-Medaillen sind schon etwas ganz Besonderes. Ich bewerte die Platzierungen nicht über, aber es ging wieder einen Schritt nach vorn", sieht die Polizeimeisterin die Ergebnisse auch als weitere Bestätigung für die Richtigkeit ihres Weges. Im Sommer 2007 war sie aus eigenen Stücken von Cottbus nach Chemnitz gewechselt. Eine Entscheidung, die sie bisher nie bereut hat.

 

Nov 22 2008

Bahn-Weltcup: Muche und Madison-Duo holen Bronze

aus: www.rad-net.de/modules.php?name=radnews&topnews=1&newsid=16250
Melbourne (rad-net) - Am dritten Tag des Bahn-Weltcups in Melbourne haben Henning Bommel und Fabian Schaar im Madison sowie Christin Muche im Keirin jeweils mit Platz drei für zwei weitere deutsche Medaille gesorgt. Muche, vor zwei Jahren bereits Weltmeisterin in dieser Disziplin, feierte damit nach Silber im Sprint bereits die zweite Medaille in Australien. Die 25-jährige Chemnitzerin musste sich im Finale nur der Niederländerin Willy Kanis sowie der Italienerin und Elisa Frisoni geschlagen geben.

Bommel und Schaar feierten mit ihrer Bronzemedaille einen gelungen Einstand. Das Duo aus Berlin und Albstadt-Tailfingen, das in Melbourne erstmals zusammen fuhr, setzte im Madison die entscheidenden Akzente und musste nach 40 Kilometern in Australien nur den rundengleichen Teams aus Spanien und Australien den Vortritt lassen. «Das war eine klasse Leistung», so Bundestrainer Andreas Petermann zur Leistung seines Duos, das dem BDR auch das Führungstrikot im Weltcup verteidigte. «Das ist ein versöhnlicher Abschluss», so Petermann, der am Vortag noch das enttäuschende Abschneiden des Vierers zu verkraften hatte.

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